Kos 2018

November 2018

Wenn einer eine Reise tut… Kos

Der treue Leser unser Reiseberichte wird festgestellt haben, dass wir schon die eine oder andere betreute Gruppenreise in viele ferne Länder unternommen haben. Eines dieser Länder wird mit seinen unzähligen Inseln wohl immer noch einen Flecken Erde anbieten, welche man noch erkunden kann - Griechenland. Kreta, Korfu und auch Rhodos – jeder alte Stein wurde von uns schon umgedreht und dieses Mal haben wir auf unserer Spätsommerreise die kleine Insel Kos erkundet.
In einer lustigen Gruppe von 16 schon erfahrenden Reisenden führte uns ein rund dreistündiger Flug in den Südosten Griechenlands. Die Insel Kos ist recht überschaubar und hat auch nur rund 34.000 Einwohner. Die Insel ist recht nahe an der Türkei, an der schmalsten Stelle gerade einmal ist diese fünf Kilometer weit entfernt. Das macht sich doch aber gleich beim Klima bemerkbar, denn obwohl wir Ende September fuhren, war es doch ein wenig wärmer als auf anderen griechischen Inseln. Wobei damit schon unser erstes tolles Erlebnis anfing – ein Medicane. Dies ist ein Hurrikan, nur eben über dem Mittelmeer, der Griechenland gerade zu unserer Ankunft heimsuchte. Wenn Engel reisen – haben sie auch manchmal Glück und als er unsere Insel traf, war er schon so abgeschwächt, dass wir zwar spürbar mehr Wind hatten, aber trotzdem im Meer baden gehen konnten und das großzügige Hotel mit seinen diversen Pools kräftig ausnutzen konnten. Jedoch ein großer Sturm auf dem Meer ließ uns erstmal innehalten, um unsere Ausflüge zu planen – denn aufgrund der Nähe zur Türkei durfte ein Besuch dieser natürlich nicht fehlen – aber diese war nur mit dem Boot zu erreichen. Nach ein paar Tagen, in denen wir den ersten Sonnenbrand bekamen, die Umgebung des Hotels auf der Insel von Hippokrates, dem Begründer der Medizin als Wissenschaft, der auf der Insel geboren wurde, erkundeten und erste Souvenirs einkauften, konnten wir unsere große Tour starten. Nach einem Abstecher in der Hauptstadt Kos wurden wir nach strengen Passkontrollen auf unser Schiff gebracht, welches uns nach rund halbstündiger Fahrt nach Bodrum in der Türkei brachte. Schon von Weitem sah man die weiße Häuser der Stadt und den Segelboothafen, in der ein teureres Schiff neben dem anderen liegt. Hierfür reichte unser Geld nicht, aber für eine exklusive Stadtrundfahrt mit einem eigens für unsere Gruppe bestellten Bus, der uns einige der unzähligen Windmühlen der Umgebung zeigte, aber auch zu den noch erhaltenen Überresten des alten Stadttors aus dem 4. Jahrhunderts v. Chr. führte. Es wäre nicht die Türkei gewesen, wenn es nicht auch eine Verkaufsfahrt zu einer Schmuckfabrik gegeben hätte, aber von ein paar Edelsteinen kann man ja auch mal träumen. Und die anschließende Schnäppchenjagd in den kleinen Gassen unterhalb der Burg von Bodrum, ließ keine Wünsche offen.
Und weil wir das Bootfahren schon so geübt waren, führte uns ein weiterer Ausflug auf die Insel Nisyros – die Vulkaninsel. Wenn man diese von oben anschaut, erkennt man die Form eines Kraters und wir durften mitten hinein. Wir stiegen erst bergauf, um den Krater und die Insel von oben zu bestaunen und dann ging es tief hinab, wo schwefelhaltige Gase einem das Verweilen aufgrund des Gestanks nach faulen Eiern sehr schwer machen, aber der Vulkan gilt als aktiv, weswegen man eben auch die Erde leben sieht – es blubbert und weiße Wolken steigen auf. Ein Vulkanausbruch wird durchaus in den kommenden Jahren möglich sein – aber wir waren mutig und haben es uns vorher angeschaut! Noch mehr Mut verlangte uns die recht stürmische Rückfahrt ab, denn bei Windstärke 8 wackelte es ganz schön auf unserer rund einstündigen Tour zurück nach Kos. Ein riesiger Papagei an Bord hat uns aber königlich unterhalten und da fiel das Gewackel nur ein bisschen auf.
Neben den touristischen Zielen, wie dem kleinen Bergdorf Zia, in dem man herrlich den Sonnenuntergang ins Meer verfolgen kann, haben wir auch wieder viel Spaß beim Dartsspielen oder beim griechischen Tanz gehabt. Unvergessen bleibt dabei der Haarschmuck unserer „Oberschwester“, oder auch die nachmittägliche Öffnungszeit der Sparkasse am Pool, der ein wichtiger Treffpunkt wurde 😊. Nicht zu vergessen unser Fußballturnier, bei dem jeder sein Bestes gab, vor allem beim „Blind Tore schießen“. Ach, und unsere Spaziergänge, die Hochzeit, der wir zufällig am Strand beiwohnten oder unsere Kuhweide, die beliebten Abkürzung zu einem großen Markt und und und. Es gibt wieder viele kleine Geschichten, die unsere Reise wieder so einzigartig machten, dass Kos immer eine Reise wert ist, wenn einer eine Reise tut.

Ulrike Gobes