Jahresabschlussfahrt 2016

Zum Abschluss ein Küsschen

Die diesjährige Jahresabschlussfahrt des Vereins führte uns in das mecklenburg – vorpommerische Städtchen Grabow. Die Stadt an der Elde liegt südöstlich von Ludwigslust und zählt 6.200 Einwohner. Sie ist nicht nur für ihre alten Fachwerkbauten bekannt, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden und daher den alten Stadtkern noch heute zieren, sondern auch für die bekannte Süßwarenfabrik, in der die Grabower Küsschen produziert werden. Bereits 1835 wurde die Marke Grabower gegründet und wurde durch die Herstellung handgemachter Schokoküsse ab den 1950er Jahren bekannt. Heute zählt die Fabrik zu einer der größten europäischen Werke zur Herstellung von Schaumküssen – bis zu 4 Millionen Schokoküsse am Tag werden hergestellt und europaweit verkauft. Aber auch darüber hinaus in den USA kann man die süßen Küsschen, allerdings angepasst an den amerikanischen Markt in grüner, rosa oder gelber Schaumfarbe, kaufen, auch wenn sie aufgrund von Explosionsgefahr durch die Druckverhältnisse nicht mit dem Flugzeug geflogen werden können. So werden sie schockgefrostet und per Schiff auf die weite Reise geschickt. Weniger weit hergeholt werden Süßwaren eines bekannten schwedischen Möbelmarktes, die das Werk ebenso herstellt wie Süßigkeiten für diverse Discounter. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf doch einmal auf die Rückseite des Produktes – Sie werden überrascht sein, wie häufig Sie Grabow als Absender finden.
Und was zeichnet das Grabower Küsschen aus – genau: das ist der mit dem Zipfel. Das heutige Markenzeichen entstand aus der Not heraus, als eine Gitarrensaite, der den Zipfel eigentlich abschneiden sollte, riss. Da aber bereits so viele Schaumküsse hergestellt wurden und eine neue Gitarrensaite in Zeiten des Kalten Krieges nicht so schnell wiederbeschafft werden konnte, wechselte man schnell die Strategie und ein Alleinstellungsmerkmal wurde geschaffen. Und auch wenn die Schaumküsschen etwas anders schmecken als in der Kindheit vieler Fahrtteilnehmer, so ist die Rezeptur noch fast die gleiche – es wurde lediglich Gelatine hinzugefügt, natürlich auf pflanzlicher Basis, damit Vegetarier auch Freude an der kleinen Sünde haben können.
Bei dem vielen Reden über die Schaumküsse bekam man doch auch Hunger darauf und so durften wir uns selbst versuchen. Eischnee und Sirup wurden miteinander verbunden und in Spritztüten abgefüllt und schon durften wir diese auf kleinen Waffeln verteilen. Einen schwungvollen geraden Turm aufzuschichten war nicht ganz einfach. Hielt man die Tüte falsch, hatte man den „schiefen Turm von Grabow“, drückte man zu doll, wurde es ein dicker Klops. Aber den Zipfel, den hatten wir beim Abziehen alle! Und zum Schluss wurde noch die herrliche kakaohaltige Fettglasur  übergossen – und dann konnten wir unsere selbst produzierten Küsschen gar nicht essen, sondern mussten sie noch einige Stunden trocknen lassen!
Somit haben wir unseren Schokodrang im Fabrikverkauf gestillt, in dem wir große Packungen mit vielen Küsschen und noch größere Abpackungen mit kleinen Küsschen erwerben konnten. Aber auch die vielen anderen Produkte des Werkes konnten wir hier sehen und wiedererkennen.
Und zu Hause angekommen war die Schokolade endlich getrocknet und zum Abschluss des Tages hatten wir es endlich - unser eigenes leckeres Küsschen.

 

 

 


 

 

 

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